Minimaler Aufwand – maximale Wirkung

"Wenn einfache Heizspar‑ Maßnahmen (wie Entlüften, Abdichten, richtiges Lüften oder smarte Thermostate usw.) so selbstverständlich wären wie Mülltrennung, würden Österreichs Haushalte jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro sparen. Das entspricht 10–15 % weniger CO₂ im Wohnsektor. Minimaler Aufwand – maximale Wirkung für Geldbörse und Klima."

Easy-Heizkostenersparnis #1:
Warum Heizkörper an dünnen Außenwänden so viel Wärme verlieren

Heizkörper an dünnen Außenwänden, wie man sie häufig in Wintergärten und Anbauten finden kann, verlieren sehr viel Energie hinter dem Heizkörper. Hierfür gibt es reflektierende dünne Dämmplatten oder Folien, die man einfach zwischen Heizkörper und Wand anbringen kann. Eine sehr einfache und günstige Lösung, um schnell mal 5-10% an Heizkosten an jenem Heizkörper einzusparen. --> Kosten 15-30 €

Diese Maßnahme hat natürlich auch eine Wirkung bei Altbau-Außenwänden, die noch nicht gedämmt sind. Wichtig ist jedoch dabei, mögliche Taupunktunterschreitungen zu bewerten und die richtigen Materialien und Dicken je nach Anwendungsfall zu verwenden. Gerne kann ich dich dazu beraten. --> Energieberatung

Easy-Heizkostenersparnis #2:
Undichte Fenster abdichten und Anpressdruck neu justieren

Undichte Fenster sind oft unsichtbare Energiefresser: Schon kleine Spalten lassen warme Luft entweichen und kalte Zugluft eindringen.

Das Abdichten mit Dichtband, Silikon, neuen Flügelfalzdichtungen oder das richtige Einstellen des Anpressdrucks der Flügel ist eine einfache, kostengünstige Maßnahme, die spürbar wirkt:

  • bis zu 10 % Heizkostenersparnis möglich

  • Zugluft und Kältezonen verschwinden

  • Wohnkomfort steigt sofort

  • Feuchteschäden durch Kondensat werden reduziert

Besonders bei älteren Fenstern lohnt sich die Abdichtung – oft mit wenigen Euro Materialeinsatz. Das gleiche gilt auch für Tür/Balkontür nach Außen und bei Wohnungstür in einen kalten Flur. Hinweis: Beheizte Räume dichter machen heißt jedoch auch, an regelmäßige Stoßlüftung (Fenster ca. 5 min öffnen) zu denken, denn die Feuchte (durch Bad, waschen, Wäsche zum trocknen aufhängen, kochen, unsere Ausatemluft usw.) musss raus, sonst Gefahr von Schimmelbildung.
--> Fenster- und Türencheck ist bei meinem Klimafit-Erstcheck-Energieberatung für deinen Wohnraum mit dabei.

Easy-Heizkostenersparnis #3
(okay, nur mehr halb-easy):
Kalte Wände erwärmen

Kalte Außenwände in einer Wohnung können sehr unangenehm sein, weil unser warmer Körper im direkten Strahlungsaustausch steht, und es geht mitunter erhebliche Wärme über diese Wände verloren.

Bei Innendämmungen in älteren Gebäuden ist auf diffusionsoffene und kapillaraktive Materialen zu achten, um mit eventuellem Tauwasserausfall zurechtzukommen (wird wieder in den Innenraum abgeführt). Auch der Innenputz, Anstrich, Wandfarbe sollte dann diffusionsoffen und kapillaraktiv sein, aber luftdicht (z.B. Kalkputz/-farbe oder Lehmputz/-farbe, rissfrei und durchgehend). Dieser Mechanismus funktioniert jedoch nur bis zu einer gewissen Dämmstärke (z.B. eine Holzfaserdämmplatte bis zu 8 cm, Mineralschaumplatten bis 10 cm) und diffusionsoffener Außenwand (Betonwand würde nicht gehen). Bei dickeren Dämmstärken geht man wieder anders vor (Vorsicht jedoch mit Dampfsperren, denn da ist jedes Loch das man da hineinbohrt oder das Setzen einer Steckdose usw. ein riesiges Problem, dann schon eher feuchtevariable Dampfbremsen).
Hinweis: Konvektionen hinter der Innendämmung verhindern durch Flächenverklebung (oder durchgehende Wulstverklebung an den einzelnen Platten) an der inneren Außenwand bzw. stabilem vorhandenem Innenverputz/Anstrich.

Quelle: www.holzfaser.org
Quelle: www.holzfaser.org

Hinweis: Grundsätzlich ist eine Außenfassadendämmung einer Innendämmung vorzuziehen. Die Außendämmung ist jedoch meist wesentlich teurer und aufwendiger in der Umsetzung. Bei Innendämmung ganz besonders potentielle Wärmebrücken abdämpfen bzw. verhindern (Quellbänder für Fugen, Flankendämmkeile bei Übergängen zu anderen Wänden oder Decke usw.)
Hinweis für Feuchträume: Bad, Küche mit Außenwänden am besten mit Kalziumsilikat-Platten innendämmen.
Hinweis bezüglich Schlagregen: Ein intakter, wasserabweisender Außenputz ist sehr wichtig, keine Risse dürfen vorhanden sein, in den der Schlagregen eindringen kann in die Außenwand.

Easy-Heizkostenersparnis #4:
Heizung und/oder Heizkörper entlüften

Auch das Entlüften der Heizkörper in einer Wohnung mit Zentralheizung kann spürbare Effekte haben – vor allem bei älteren Anlagen. Die Ersparnis liegt typischerweise bei 5–15 % Heizkosten, je nach Zustand.

Warum bringt das überhaupt etwas:

  • Luft im Heizkörper verhindert die volle Wärmeabgabe
  • Die Heizung bze Heizkörper läuft länger, um die Solltemperatur zu erreichen
  • Räume bleiben teilweise kalt, Thermostate werden höher gestellt, dies führt zu einem Mehrverbrauch

Erkennen kann man einen teilweise mit Luft gefühlten Heizkörper daran, dass er z.B. gluckert, die obere Fläche des Körpers kühl bleibt.

Easy-Heizkostenersparnis #5:
Thermostat richtig einstellen

Raumtemperatur senken um 1-2 °C spart besonders in älteren Gebäuden 6-12 % Heizkosten. Dies kann man in Wohnungen mit Heizkörpern erreichten, indem man das Thermostat am Heizkörper z.b. von 3-4 auf 3 stellt. 
Darauf achten, dass Thermostate nicht verdeckt sind durch z.B. Vorhänge, denn dann arbeiten sie nicht richtig.

Übrigens: Mit elektronischen Thermostaten (kosten 20-70€) kann man noch zusätzlich einiges an Heizkostenersparnis rausholen, heutzutage gibt es sie auch mit App (Temperatur von überall steuern, Zeitprogramme einstellen, Fenster-offen-Erkennung, Abwesenheitsmodus, Verbrauchsstatistiken, automatische Absenkung bei Nacht, Push-Warnungen bei ungewöhnlicher Feuchte usw.).


Easy-Heizkostenersparnis #6:
Türen zu unbeheizten Räumen schließen

Das verhindert unnötigen Wärmeverlust.

Hinweis: In typischen Wohnungssituationen liegt die Gefahr der Schimmelbildung an kalten Wänden bei ca. 12 °C und die erreicht man leicht bei unbeheizten Räumen im Winter an Außenwänden. Mit einem kleinen Feuchtemessgerät (Hygrometer gibt es schon ab 10-20 €) kann man die relative Feuchte im Raum messen, die sollte nicht höher als 60 % sein, sonst lüften, um die Feuchte wieder runterzukriegen. Übrigens, ein Mini-Entfeuchtungsgerät für einen kleineren Raum, dass z.B. bei einer rel. Feucht > 60 % anspringt, benötigt überraschend wenig Strom und ist wesentlich günstiger hinsichtlich Betriebskosten und Energieverbrauch, als diesen Raum durch offene Tür mitzuheizen (die Tür zu einem unbeheizten Raum offen lassen begünstigt übrigens noch viel mehr die Gefahr der Schimmelbildung).

Easy-Heizkostenersparnis #7:
Heizkörper freihalten

Möbel abrücken, keinen Vorhang über die Heizkörperfläche ziehen. Ein Vorhang soll oberhalb des Heizkörpers enden (sehr dünne und luftdurchlässige sind unproblematisch). Das Thermostat muss frei bleiben. 

Easy-Heizkostenersparnis #9:
Nicht luftdichte Steckdosen in der Außenwand

Steckdosen sind mitunter extreme Wärmebrücken, insbesondere bei ungedämmten Außenwänden. Lösung: Luftdichte Steckdosen, hier haben die Kabeldurchführungen elastische Membrane. Es gibt sie sogar mit innerer Dämmung.
Übrigens: Bei Innendämmung gibt es sog. Innendämmungsdosen, um sie an der vorgesehenen Stelle an der Außenwand weiterhin fixieren zu können, denn viele Innendämmungen wären gar nicht stabil genug, um eine Steckdose stabil einbauen zu können. Sie werden weiterhin in der stabilen Mauerwand verankert und haben eine Art Verlängerungsrohr durch die Innendämmung hindurch, um die sichtbare Steckdose wieder an der Innenebene der Wand vorzufinden. Bsp: Innendämmungsdose mit eigener Dämmung --> Kosten: 10-30 €

Easy-Heizkostenersparnis #8:
Rollladenkästen innen dämmen

Rollladenkästen kann man sehr gut von innen dämmen – und genau dort entsteht oft der größte Wärmeverlust. Viele Wohnungen verlieren über den Kasten so viel Energie wie über ein ganzes Fenster, weil er oft hohl, undicht und ungedämmt ist. Die gute Nachricht: Innendämmung am Rollladenkasten ist absolut üblich, effektiv und mieterfreundlich machbar.
Hinweis: Nur dämmen bringt allerdings wenig, wenn der Kasten undicht ist.


Easy-Heizkostenersparnis #10:
Luftdichten Innenverputz der Wände nicht beschädigen

Die luftdichte Ebene einer Wand (auch Decke) ist immer an der warmen Seite und innen. Häufig ist die luftdichte Ebene der Innenverputz. Im Falle einer eingebauten Folie (Dampfbremse, -sperre ist der Schaden noch dramatischer). Ist der Verputz beschädigt (Risse, Bohrlöcher usw.), kann wärmere und feuchte Innenraumluft in die Wand eindringen und kühlt im Winter ab, die Feuchtigkeit kondensiert dann in der Wand oder Dämmung aus. Daher immer offene Bohrlöcher wieder verspachteln (steckt die Schraube noch fest im Dübel ist es normalerweise dicht genug). Je feuchter die Wand oder Dämmung, umso mehr verliert die Wand/Dämmung ihre dämmende Wirkung.
Hinweis: Für Innendämmungen gibt es je nach Dämmstoff häufig spezielle Spachtelmassen.

Quelle: www.sanier.de
Quelle: www.sanier.de